"Skylines 1"

Acryl auf Papier - 40x30 cm - 2014-05-19 07:08:00

Nach dem Bild-Zyklus Facelines ist der Zyklus Skylines fast richtig doppelsinnig. Wieder sind es schwarze Linien auf elfenbeinfarbigem Grund. Jedoch liegt bei diesem Zyklus im Gegensatz zu Facelines der Schwerpunkt nicht auf der Linie, sondern auf den Mustern, die durch moderne, urbane Architektur entsteht. Beim Zeichnen spürt man es sogar noch mehr als beim Betrachten, Muster an Muster schließt sich an, ein Gewirr von waagerechten und senkrechten Linien. Das erinnert etwas an Zendoodles oder Zenties, eine ständige Wiederholung von Mustern. Die Faszination liegt darin, dass man die Grenzen der einzelnen Häuser deutlich erkennen kann, bloß durch den Wechsel der Muster der Fronten.

Zuerst hatte ich Entwürfe mit großer Genauigkeit gemacht, es zeigte sich jedoch, dass sie recht leblos waren. Erst als ich grob und freihändig an die Sache ging, kam es zu jener Dynamik, die der Dynamik urbanen Lebens entspricht. Die Zeichnungen sollen weder genau noch authentisch sein, es geht nicht um die Darstellung einer reellen Skyline, es ist das Spiel der Muster, die den Reiz dieser Bilder ausmacht.

Trotz der Ungenauigkeit und der fehlenden Motivtreue kommt das uns eingeprägte Bild einer modernen Stadt deutlich hervor. Auch dies hat seinen eigenen Reiz. Unser Auge wird von den ausgeprägten Mustern magisch angezogen, die Muster bilden in sich ihre eigene Ästhetik.